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Mit Gelassenheit und Humor

In Widnau fiel die traditionelle Bundesfeier in der Badi aus. Stattdessen gesellte sich die Gemeindepräsidentin zur 1. August-Feier im Haus Augiessen, wo sie die Solidarität zwischen den Generationen zum Thema machte.

«Dieses Jahr ist alles anders», sagte Christa Köppel zu den Seniorinnen und Senioren, die sich im Augiessen-Garten unter Bäumen und Sonnenschirmen versammelt hatten. «Corona – oder das Virus – beeinflusst unser Leben radikal.» Sie habe festgestellt, dass betagte Menschen mit dieser schwierigen Situation viel besser umgehen könnten als jüngere Generationen. «Sie sind sich Einschränkungen gewohnt. Sie wissen, wie das ist, wenn die Kräfte nicht mehr reichen und der Aktionsradius immer kleiner wird.» Köppel sprach auch den Zweiten Weltkrieg an: Alle die älter seien als 75, hätten ihn in ihrer Kindheit oder Jugend erlebt. «In dieser Zeit haben Sie mit Verzicht, Not, Armut und Angst leben müssen.»

Solidarität zwischen jungen und alten Menschen
Köppel macht aber auch die Solidarität der jungen Menschen zum Thema. Sie hätten die Corona-bedingten Einschränkungen akzeptiert und für die älteren Menschen eingekauft. Mit Solidarität sei vieles möglich: «Ich hoffe, es bleibt so.» Und so forderte sie die ältere Generation auf, ihren Kindern, Enkeln und Urenkelkindern den Rücken zu stärken, wenn sie sich gemeinsam über Landesgrenzen hinweg für eine nachhaltige Zukunft einsetzen. «Die heissen Sommer, die schmelzenden Polkappen, der Rückzug der Gletscher, die Verödung der Meere, die Abholzung der Regenwälder, das betrifft nicht nur einige wenige, nein - es betrifft uns alle.» Und: «Für moralische und politische Unterstützung ist man nie zu alt.»

Der Bauzaun brachte mehr Bewegungsfreiheit
Die Pflegenden seien über sich hinausgewachsen, fuhr die Gemeindepräsidentin fort, die Mitarbeitenden des Zentrums Augiessen hätten einen tollen Job gemacht, und die Bewohnerinnen und Bewohner hätten die schwierige Zeit mit Gelassenheit und einer grossen Portion Humor gemeistert. Zwar durften sie keine Besuche empfangen, dafür konnten sie sich dank Bauzaun in der grosszügigen Gartenanlage bis spätabends frei bewegen.

Und so herrschte im Augiessen keine triste Stimmung, wie in einigen Altersheimen beschrieben. Das bestätigte auch Zentrumsleiterin Yvonne Naef. Ganz besonders fröhlich war die Atmosphäre am 1. August. Während einige zu Spässen aufgelegt waren, genossen andere die Idylle am Teich. Sie lauschten den Appenzeller Klängen der Zithergruppe «Heemelig» und dem zarten Harfenspiel von Pflegestudentin Jennifer Blanc, die im Augiessen ihr Praktikum absolviert.

Die Fotos von der 1. Augustfeier 2020 finden Sie hier.


Sonnenhüte für alle, verteilt von der gut gelaunten Gemeindepräsidentin nach der 1. August-Rede im Haus Augiessen
Sonnenhüte für alle, verteilt von der gut gelaunten Gemeindepräsidentin nach der 1. August-Rede im Haus Augiessen

Datum der Neuigkeit 3. Aug. 2020

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