Jahresrechnung 2025 schliesst mit 4,869 Mio. Franken

19. Februar 2026
Die Jahresrechnung der politischen Gemeinde Widnau schliesst mit einem Gewinn von 4,869 Mio. Franken ab. Die Besserstellung von rund 6,815 Mio. Franken gegenüber dem Budget 2025 ist massgeblich auf den Mehrertrag über sämtliche Steuerarten zurückzuführen. Das Budget 2026 rechnet mit einem Defizit von rund 1 Mio. Franken bei einem gleichbleibenden tiefen Steuersatz von 76 Prozent.

Die Jahresrechnung 2025 der politischen Gemeinde Widnau schliesst auf der 1. Stufe der Erfolgsrechnung mit einem Ertragsüberschuss von Fr. 3'437'518.13 ab. Budgetiert war ein Defizit von Fr. 3'259’100. Die Besserstellung von Fr. 6'696'618.13 gegenüber dem Budget stammt im Wesentlichen aus der Kontogruppe Finanzen und Steuern (5,012 Mio. Franken), aber auch alle anderen Gliederungen – mit Ausnahme der Gesundheit und dem Verkehr – haben besser abgeschlossen.

In der Kontogruppe Finanzen und Steuern liegt der Nettoertrag 5,012 Mio. Franken über dem Budget. Er stammt zu 3,617 Mio. Franken aus Mehreinnahmen bei den Steuern und rund 1,4 Mio. Franken aus nicht cash-flow wirksamen Aufwertungsgewinnen bei Finanzliegenschaften. Die Kontogruppe «Kultur, Sport und Freizeit» weicht mit einem Minderaufwand von Fr. 468'789.66 am stärksten vom Budget ab. Der Gemeinderat beantragt, aus dem nach den gesetzlich vorgegebenen Reserveveränderungen innerhalb der 2. Stufe der Erfolgsrechnung verbleibende Ertragsüberschuss der Jahresrechnung 2025 von Fr. 4'869'402.88 einerseits 1,5 Mio. Franken der Vorfinanzierung Mitteltrakt Kunsteishalle und die verbleibenden rund 3,3 Mio. Franken der Ausgleichsreserve für künftige Defizite zuzuweisen.

Abschlüsse der unselbständigen Gemeindeunternehmen
Die Jahresrechnung der Elektrizitätsversorgung (EVW) schliesst mit einem Aufwandüberschuss von Fr. 1'293'573.11 ab. Im 2025 wurde ein Aufwandüberschuss resp. Bezug aus der Überdeckungsreserve von Fr. 1'862’100 budgetiert. Der Aufwandüberschuss wird gemäss eidg. Stromversorgungsgesetz der Überdeckungsreserve der EVW belastet, die per Ende 2025 eine Überdeckung von Fr. 1'023'142.13 ausweist und innert drei Jahren zu reduzieren ist.

Bei der Rechnung des Kommunikationsnetzes (Kabelnetz) wurde ein Ertragsüberschuss von Fr. 1'490'514.81 erzielt (Budget: Fr. 1'071’000). Der Ertragsüberschuss wird in die Baureserve eingelegt.

Die Jahresrechnung der Wasserversorgung (WVW) schliesst mit einem Ertragsüberschuss von Fr. 1'589'166.48 ab. Für 2025 wurde ein Ertragsüberschuss von Fr. 1'272'300 budgetiert. Der Ertragsüberschuss wird ins Eigenkapital der Wasserversorgung eingelegt.

Die Jahresrechnung des Zentrums Zehntfeld schliesst mit einem Defizit von Fr. 975'354.73 ab. Für 2025 war ein Bezug aus der Reserve für den Betrieb und Bau des Zentrums Zehntfeld von Fr. 393’200 budgetiert. Der Aufwandüberschuss wird aus der für Betriebsdefizite verfügbaren Reserve bezogen, die Ende 2025 einen Bestand von Fr. 13'833.92 ausweist. Das Defizit 2025 des Zehntfelds ist rund 582’000 Franken höher als budgetiert. Die angestrebte Vollbelegung mit Hausgästen mit mittlerer bis hoher Pflegebedürftigkeit, auf die das Zehntfeld gemäss Pflege- und Betriebskonzept ausgerichtet ist, konnte noch nicht erreicht werden. Die durchschnittliche Pflegebedürftigkeit der Hausgäste im Vergleich zum Vorjahr konnte gesteigert werden, ist allerdings noch leicht unter dem Betriebskonzept. Die im dritten Quartal 2025 erreichte Auslastung von über 90 Prozent, ging im vierten Quartal wieder zurück. Das Budget 2026 sieht eine Vollbelegung ab Sommer 2026 vor. Die Spitex schliesst mit einem Defizit von Fr. 387'207.14 ab (Budget: Defizit von Fr. 393’000), das durch den Gemeindehaushalt gedeckt wird.

Budget 2026 sieht tiefen Steuerfuss von 76 Prozent vor
Das Budget 2026 rechnet bei einem Gesamtaufwand von rund 56,14 Mio. Franken bei einem gleichbleibenden Steuerfuss von 76 Prozent sowie einer Grundsteuer von 0,8 Promille mit einem Defizit von 0,972 Mio. Franken. Dieses soll mit einem Reservebezug (Stand 16,4 Mio. Franken, wovon 2,5 Mio. Franken cash-flow basiert) gedeckt werden.

Finanzpolitischer Ausblick
Der Finanzplan 2026-2029 basiert auf dem Rechnungsabschluss 2025 sowie dem Budget 2026. In diesem Zeithorizont bis 2029 sind mit keinen grösseren abschreibungsrelevanten Investitionen zu rechnen, die den Allgemeinen Gemeindehaushalt mit Fremdzinsen bzw. Abschreibungen belasten. Dennoch sieht der Finanzplan einen moderaten Abbau der Ausgleichsreserve vor. Aus heutiger Sicht kann der Steuerfuss von 76 Prozent über den Finanzplanhorizont gehalten werden. Sobald für Investitionen Fremdkapital aufgenommen werden muss und zusätzlich jährliche Abschreibungen anfallen, wird mit Auswirkungen auf den Steuerfuss zu rechnen sein.