Neue Rheinbrücke verbindet Gemeinden und stärkt das Rheintal
Die geplante Brücke ist Teil des Agglomerationsprogramms Rheintal der 4. Generation und soll eine sichere, attraktive und direkte Verbindung für Fussgängerinnen und Fussgänger sowie Velofahrende zwischen Diepoldsau und Widnau schaffen. Sie verbessert die Sicherheit des Langsamverkehrs deutlich, insbesondere für Kinder, ältere Personen sowie Pendlerinnen und Pendler. Zudem schafft sie eine neue Verbindung und stärkt das regionale Velowegnetz.
Die bestehenden Brücken über den Rhein sind heute sehr stark vom motorisierten Verkehr geprägt und für den Fuss- und Veloverkehr unattraktiv. Die Verantwortlichen betonten, dass die geplante Fuss- und Veloverkehrsbrücke eine wichtige Ergänzung des heutigen Verkehrsnetzes ist. Sie verbindet Quartiere, Arbeitsplätze wie auch Alltags- und Freizeitziele direkter und sicherer. Damit soll sie dazu beitragen, dass mittelfristig die hohe Zahl an kurzen PW-Fahrten (1/3 aller Fahrten ist im Rheintal kürzer als 3 km) reduziert werden kann. Die vielen Besucherinnen und Besucher der Veranstaltung zeigte das grosse Interesse am Generationenprojekt.
Standort mit grossem Nutzen
Die Gemeindepräsidenten machten deutlich, dass der Standort beim Rheinauenpark nicht zufällig gewählt wurde. Im Rahmen umfassender Analysen haben Fachplaner verschiedene Varianten geprüft. Das Ergebnis der auf Verkehrsmodellberechnungen basierenden Analyse zeigt, dass die Linienführung beim Böschachweg das grösste Potenzial für den Veloverkehr aufweist: Gemäss Berechnungen sind das zwischen 460 und 700 Velos pro Tag. Der nachgewiesene Nutzen ist auch der Grund dafür, dass Bund und Kanton den Grossteil der Kosten übernehmen. «Die Brücke ist ein wichtiger Pfeiler im Ausbau des regionalen Veloverkehrsnetzes», betonte der Widnauer Gemeindepräsident Bruno Seelos an der Informationsveranstaltung.
Velo fördern, Strassen entlasten
Die neue Verbindung verbessert nicht nur die Mobilität zwischen Diepoldsau und Widnau, sondern stärkt auch die Verbindungen in Richtung Lustenau, Hohenems und Heerbrugg. Damit wird die grenzüberschreitende Vernetzung im Rheintal nachhaltig verbessert und gleichzeitig die Attraktivität des Lebens- und Wirtschaftsraums erhöht. «Unser Ziel ist es, mit diesem Projekt den Veloverkehr gezielt zu fördern», sagte der Diepoldsauer Gemeindepräsident Ralph Lehner. Der Ausbau sicherer Velowege führe nachweislich zu mehr Veloverkehr und entlaste die Strassen langfristig vom motorisierten Verkehr. Dies zeigen Erfahrungen von ähnlichen Verkehrsprojekten, die in der Region und darüber hinaus bereits umgesetzt wurden.
Siegerprojekt vorgestellt
Jurymitglied Rafael Wyrsch erläuterte, dass das Siegerprojekt «Flaneur» aus 15 eingereichten Projekten innerhalb eines anonymen und offen ausgeschriebenen Wettbewerbs ausgewählt wurde. Die geplante Brücke wurde vom international tätigen Ingenieur- und Architektenteam Bernardo Bader Architekten und Schlaich Bergermann Partner entwickelt und an der Informationsveranstaltung nochmals präsentiert. Die rund 290 Meter lange Brücke fügt sich mit ihrer leicht geschwungenen Linienführung sorgfältig in die Landschaft ein, ist auf das Hochwasserschutzprojekt «Rhesi» abgestimmt und verursacht geringe Unterhaltskosten.
Die Gemeindepräsidenten betonten zudem, dass die geplante Fuss- und Veloverkehrsbrücke nicht mit anderen grossen Verkehrsprojekten wie der Umfahrung Diepoldsaus vermischt werden sollte. Die Brücke ist ein eigenständiges Projekt im Agglomerationsprogramm Rheintal der 4. Generation zur Förderung des regionalen Langsamverkehrs. Bruno Seelos wies darauf hin, dass der Ausbau von regionalen Verkehrsinfrastrukturen nur dann gelingen kann, wenn die Rheintaler Gemeinden die auf ihrem Gebiet liegenden regionalen Projekte unterstützen und gemeinsam umsetzen. Weitere wichtige Verkehrsprojekte treiben die Gemeinden und die zuständigen Stellen weiterhin mit Hochdruck voran. Diese befinden sich in eigenen Planungs- und Entscheidungsprozessen. «Alle Projekte sind wichtig und können einen Beitrag zur Entlastung vom motorisierten Verkehr bewirken», betonte Ralph Lehner.
Abstimmung am 14. Juni 2026
Die Stimmberechtigten von Diepoldsau und Widnau entscheiden am 14. Juni 2026 an der Urne über den Bruttokredit von 12.3 Millionen Franken. Rund 80 Prozent der Kosten tragen Bund und Kanton. Nach Abzug der Beiträge von Bund und Kanton sowie der bereits genehmigten Planungskredite verbleibt für jede Gemeinde ein Baukredit von 1.34 Millionen Franken. Die Gemeinderäte beider Gemeinden empfehlen die Annahme der Vorlage. «Mit einem kleinen Eigenanteil kann eine langfristig wertvolle Infrastruktur für Bevölkerung, Pendlerinnen und Pendler sowie den Alltagsverkehr geschaffen werden», sagte der Widnauer Gemeindepräsident Bruno Seelos abschliessend. Läuft alles nach Plan, könnte die Brücke im Herbst 2029 eingeweiht werden.